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29.09.2017, 09:56 Uhr
Akuter Handlungsbedarf
CDU-Kreistagsfraktion entsetzt über Zustand des UEG
Bei einem Vor-Ort-Termin haben sich Mitglieder der Leeraner CDU-Kreistagsfraktion selbst ein Bild vom Umfang des Sanierungs- und Modernisierungsbedarfs des Ubbo-Emmius-Gymnasiums in Leer gemacht.
Vom aktuellen Zustand der Schule zeigten sich die Politiker schockiert:

„Die eingestürzte Decke in einem Klassenraum ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Liste der gravierenden Mängel am UEG ist sehr viel länger,“ stellt Fraktionsvorsitzender Dieter Baumann fest.
Mitglieder der Leeraner CDU-Kreistagsfraktion machen sich vor Ort selbst ein Bild vom Zustand des UEG in Leer. V.l.n.r.: Grietje Oldigs-Nannen, Dieter Baumann, Schulleiter Michael Müttel, Tatjana Maier-Keil und Broer Wübbena-Mecima.
Leer - Ursache für den Deckeneinsturz war eindringendes Wasser – dieses Problem bestehe an vielen weiteren Stellen und das seit Jahren. In zahlreichen Klassenräumen seien Deckenelemente stark verschmutzt oder fehlten ganz; zudem gebe es teilweise Probleme mit den Beleuchtungsanlagen. Der Fahrstuhl falle immer wieder aus und sei dennoch trotz anderslautender Ankündigungen bisher nicht erneuert worden.  Die Fenster im denkmalgeschützten Altbau benötigten dringend einen Anstrich oder müssten erneuert werden; die Fassade bedürfe einer Reinigung und Sanierung.

Einige Schäden schränkten inzwischen den Schulalltag massiv ein: So ließen sich Fenster im Neubau teilweise nicht mehr öffnen, was in einigen Räumen Unterricht im Sommer unmöglich mache. Bei Sturm dürften die Schülerinnen und Schüler in den Pausen nicht auf den Schulhof, weil vom Dach des Altbaus bei höheren Windgeschwindigkeiten Dachziegel herunterfielen.

„Katastrophal ist auch der Zustand der Heizungsanlage. Diese lässt nicht mehr regeln, sondern nur noch an- oder ausschalten,“ so der CDU-Politiker.  Zusammen mit der mangelhaften Isolierung (u.a. Einfachverglasung) werde hier sehr viel Geld „zum Fenster hinausgeworfen“.

 „Den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern ist ein weiterer Winter mit defekter Heizungsanlage kaum zuzumuten,“ kritisieren die Kreistagsabgeordneten Tatjana Maier-Keil und Broer Wübbena-Mecima.

Die Aula des UEG war aufgrund von Statikproblemen lange Zeit komplett gesperrt; nach Einbau einer unansehnlichen Baustütze ist sie nun zumindest teilweise wieder nutzbar.

„Wenn ich mir die Liste der massiven Schäden an den Gebäuden betrachte, frage ich mich, wohin die 1,2 Millionen Euro Investitionen sowie 600.000 Euro für bauliche Instandhaltung, die der Kreis nach eigenen Angaben 2011 bis 2016 fürs UEG ausgegeben hat, geflossen sind und ob dabei die richtigen Prioritäten gesetzt wurden,“ kritisiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Grietje Oldigs-Nannen.

Denn neben den akuten Schäden an den Gebäuden verzeichne die Schule zudem einen Modernisierungsstau und einen ungelösten steigenden Raumbedarf durch Umstellung von G8 auf G9, fasst Fraktionsvorsitzender Baumann das Gespräch mit Schulleiter Michael Müttel zusammen und erneuert anschließend seine Forderung an Landrat Groote, die Sanierung des UEG sowie der weiteren Schulen im Kreis zur Chefsache zu machen:

„Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen vernünftige Lernbedingungen. Das betrifft die schiere bauliche Sicherheit genauso wie eine zeitgemäße Ausstattung der Schulen,“ so Baumann abschließend.