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30.08.2019, 12:15 Uhr
Naturschutzgebiet-Ausweisung: Landwirte machen sich Sorgen um ihre Existenz
Der Landkreis Leer plant derzeit die Ausweisung eines weiteren EU-Naturschutzgebietes und bereitet damit auch den Landwirten in der Gemeinde Moormerland Kopfzerbrechen. Betroffen sind vor allem Betriebe in Ayenwolde, Boekzetelerfehn, Hatshausen und Tergast.
Das Treffen fand auf dem Milchviehbetrieb Smit in Ayenwolde statt. Von links: Gerhard Dojen, Klaus Focken (CDU), Dieter Baumann (CDU), Eilert Smit, Ortsbürgermeister Karl-Heinz Horst, Doris Adamla (CDU) und Ekke-Hermann Smit

Der Landkreis Leer plant derzeit die Ausweisung eines weiteren EU-Naturschutzgebietes und bereitet damit auch den Landwirten in der Gemeinde Moormerland Kopfzerbrechen. Betroffen sind vor allem Betriebe in Ayenwolde, Boekzetelerfehn, Hatshausen und Tergast.

Bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der CDU-Kreistagsfraktion teilten Landwirte ihre Bedenken mit. „Einige unserer Ländereien liegen bereits jetzt in einem Naturschutzgebiet. Das wollen wir auch nicht ändern, aber weitere Einschränkungen und Auflagen würden unsere Existenz bedrohen“, befürchtet Milchviehhalter Eilert Smit aus Ayenwolde. Seine Mutter Eelke Smit verdeutlicht die Situation an einem Beispiel: „Wir haben für unsere Altersvorsorge Flächen verpachtet. Fallen diese in Zukunft in das Naturschutzgebiet, verliert das Land an Wert und wir bekommen weniger oder kein Geld.“

Mit der Ausweisung von Naturschutzgebieten werden Vorgaben der Europäischen Union umgesetzt. „Trotzdem müssen Betroffene in die Verfahren eingebunden und spezifische Belange berücksichtigt werden“, sind sich alle Teilnehmer einig. „Im Rheiderland gab es vor einigen Jahren eine ähnliche Situation. Damals haben wir die Ängste der Landwirte ernstgenommen und Anregungen der Bauern in die Verordnung einfließen lassen. Es konnte ein Kompromiss für das Schutzgebiet gefunden werden. Das sollte auch hier das Ziel sein“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Baumann. Die Existenz der Betriebe dürfe nicht gefährdet oder eingeschränkt werden. 

Noch steht die Initiative am Anfang. Die Landwirte wollen weitere Gespräche führen, auch mit anderen Betroffenen. „Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Linie finden und diese gemeinsam vertreten“, so Eilert Smit. „Wir Landwirte arbeiten immer mit der Natur und haben über viele Jahre Erfahrungen im Naturschutz gesammelt. Diese Erkenntnisse könnten auch für das neue Schutzgebiet wichtig sein.“